Eine kritische Betrachtung der Macht hinter Nachhaltigkeit, Landwirtschaft und dem Bill-Gates-Netzwerk

Auf den ersten Blick könnte das Bild beruhigen: Fairtrade, Naturland, GEPA, One World, For Life, Fair Globe – eine ganze Landschaft von Siegeln, die dem Verbraucher verspricht: Dieses Produkt ist fair, nachhaltig, sozialverträglich, ökologisch. Doch sobald der Name Bill Gates ins Spiel kommt, lohnt sich ein zweiter Blick.

Die Organisationen hinter den einzelnen Zeichen sind womöglich nicht bloss Filialen eines Gates-Imperiums. Fairtrade, Naturland und GEPA verfügen über eigene Strukturen und Kriterien; GEPA etwa erklärt ausdrücklich, dass ihre Gesellschafter kirchliche Entwicklungsorganisationen und Jugendverbände sind und Gewinne für die Ziele des Fairen Handels verwendet werden. Die interessantere Frage lautet deshalb: Warum taucht das Gates-Netzwerk in einem politischen und wirtschaftlichen Feld auf, das eigentlich von Fairness, Nachhaltigkeit und der Stärkung kleiner Produzenten handeln soll?

Vom Philanthropen zum Agrarstrategen

Die Gates Foundation ist längst nicht mehr nur quasi eine Wohltätigkeitsorganisation, die Schecks verteilt. Sie verfolgt eine umfassende Strategie zur Veränderung landwirtschaftlicher Systeme. Die Stiftung finanziert unter anderem Forschung, neue Nutzpflanzen, digitale Bodenkarten, Impfstoffe für Nutztiere, Beratungssysteme und Modelle, mit denen Kleinbauern stärker an Märkte angebunden werden sollen. Sie arbeitet dabei ausdrücklich sowohl mit öffentlichen als auch mit privaten Akteuren zusammen. Mit Gates Ag One existiert darüber hinaus eine Organisation, die sich speziell auf die Entwicklung und Verbreitung veränderter Nutzpflanzen konzentriert.

Das Problem ist nicht das Siegel – sondern die Macht dahinter. Die politische Frage beginnt an einer anderen Stelle: Wer entscheidet, welche Form von Landwirtschaft als „nachhaltig“ gilt? Und wer besitzt die finanziellen Mittel, diese Vorstellungen weltweit zu verbreiten? 

„Hilfe“ ist niemals völlig unpolitisch

Fördergelder bestimmen mit, welche Forschung stattfindet, welche Technologien entwickelt werden, welche Organisationen wachsen und welche Lösungen gefördert werden. Die Gates Foundation selbst spricht von Partnerschaften mit Regierungen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen. Es reicht nicht zu fragen: „Ist dieses Produkt fair zertifiziert?“ Man muss zusätzlich fragen:

„Wer definiert Fairness?“
„Wer finanziert die Forschung?“
„Welche Technologien werden bevorzugt?“
„Welche Alternativen erhalten keine Förderung?“
„Wer profitiert wirtschaftlich von der gewählten Lösung?“
„Und wer entscheidet letztlich, was als Fortschritt gilt?“

Wenn ein Milliardär entscheidet, dass andere Saatgutsorten, Digitalisierung, Produktivitätssteigerung oder bestimmte Agrartechnologien besonders wichtig sind, entsteht dadurch eine gesellschaftliche Richtung. Deshalb sollte man bei Bill Gates fragen: „Wie viel Einfluss darf ein einzelner Privatmann auf die Zukunft der globalen Landwirtschaft haben?“

Ob Bill Gates tatsächlich in all diese Unternehmen investiert hat, kann ich nicht belegen – deshalb sollte sich jeder selbst ein Bild machen und die Angaben überprüfen. Nachdem jedoch Berichte darüber aufkamen, dass mRNA inzwischen auch in Pflanzen eingebracht werden kann, möchte ich persönlich kein Risiko eingehen. Ich möchte nicht die Möglichkeit ausschliessen, dass solche Technologien irgendwann über die Nahrungskette auf den Menschen übertragen werden könnten und dadurch möglicherweise Auswirkungen auf den Körper entstehen. Daher bin ich bei solchen Produkten lieber vorsichtig.