Dieses Video zeigt eine Entwicklung, die in den kommenden Jahren Millionen Arbeitsplätze verändern könnte: Menschen führen wiederholt dieselben Handgriffe aus, während Kameras und KI jede Bewegung aufzeichnen. Was früher die Einarbeitung neuer Mitarbeiter war, wird heute zunehmend zum Training von Robotern.
Moderne KI-Roboter werden nicht mehr ausschliesslich von Programmierern entwickelt. Stattdessen beobachten sie erfahrene Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit. Jeder Griff, jede Bewegung und jede Entscheidung wird digital erfasst und in Trainingsdaten umgewandelt.
Dieses Verfahren wird als Learning by Demonstration oder Imitation Learning bezeichnet. Der Mensch zeigt die Aufgabe einmal oder mehrfach vor, die KI analysiert die Bewegungsabläufe und überträgt sie auf den Roboter. Forschungen zeigen, dass Roboter dadurch komplexe Tätigkeiten immer schneller übernehmen können.
Für viele Beschäftigte entsteht dabei ein widersprüchliches Gefühl: Sie geben ihr Fachwissen weiter, helfen beim Training der Maschine und tragen möglicherweise selbst dazu bei, dass ihre Tätigkeit später automatisiert wird. Während Unternehmen dadurch Kosten senken, höhere Produktionsgeschwindigkeiten erreichen und dem Fachkräftemangel begegnen wollen, wächst gleichzeitig die Sorge vor Arbeitsplatzverlusten – insbesondere bei standardisierten, sich ständig wiederholenden Tätigkeiten.
Experten gehen allerdings davon aus, dass Automatisierung nicht zwangsläufig bedeutet, dass sämtliche Arbeitsplätze verschwinden. Häufig verändern sich Berufe: einfache, monotone Arbeiten werden automatisiert, Menschen übernehmen Überwachung, Qualitätskontrolle und Wartung, neue Tätigkeiten rund um Robotik und KI entstehen. Dennoch trifft dieser Wandel nicht alle Beschäftigten gleichermassen. Besonders betroffen sind Produktionsmitarbeiter, Lagerarbeiter oder Beschäftigte in der einfachen Montage.
Die Geschwindigkeit der Entwicklung stellt Politik und Wirtschaft vor neue Fragen:
- Wer finanziert Umschulungen?
- Wie werden ältere Arbeitnehmer geschützt?
- Welche Berufe bleiben langfristig bestehen?
- Wie können Produktivitätsgewinne fair verteilt werden?
Diese Diskussion wird in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen.
